Fassade Verbund-Zentrale

Am Hof 6a
Fassade an Ecke
Heidenschuß/Tiefer Graben
1010 Wien
Österreich

Planungsdaten
1. Platz in geladenem Realisierungswettbewerb
Projektstatus: Fertiggestellt
Wettbewerb: April 2008
Planungsbeginn: September 2009
Baubeginn: April 2010
Baufertigstellung: Oktober 2010

Projektdaten
Fassadenfläche:
2.720 m² thermische Sanierung
1.320 m² Neugestaltung mit Fassadenelementen

Auftraggeber
Verbund AG

Team
Architektur:
SOLID architecture
Statik/Bauphysik:
RWT PLUS ZT GmbH

Die Zentrale der Verbund AG ist eine 1952 bis 1954 von Carl Appel im ersten Wiener Gemeindebezirk um einen zentralen Innenhof errichtete Blockrandbebauung, die an drei Seiten an öffentliche Verkehrsflächen grenzt.

An dem zur Freyung hin ausgerichteten Baukörper kam es 1982 nach den Plänen von Architekt Sepp Stein zu einer Überarbeitung der Sockelzone und der Fassadenflächen, die die beiden großen Erker am Heidenschuss und am Tiefen Graben umrahmen. Diese Fassadengestaltung hatte das Ende ihrer funktionalen Lebensdauer erreicht, weshalb für die Neugestaltung dieser Flächen ein geladener Architekturwettbewerb ausgeschrieben wurde, den SOLID architecture für sich entscheiden konnte.

Konzeptionelle Auseinandersetzung mit dem Thema Fassade an der Freyung
Die Überlagerung eines Gebäudes mit den Spuren unterschiedlicher Zeitschichten ist der konzeptionelle Ausgangspunkt des Entwurfes. Die Gestaltung der Fassade der Verbundzentrale integriert den Baukörper in das historische Ensemble der Freyung, indem bei der Umsetzung der konkreten Entwurfsabsichten auf Gestaltungsprinzipien aus unterschiedlichen Epochen der Architekturgeschichte zurückgegriffen wird.

Vor die eigene Geschichte und Charakteristik des in der Nachkriegszeit errichteten Gebäudes werden zusätzliche Filter und Bedeutungsebenen gelegt, die die Fassade in Form einer zweiten, vor ihr sitzenden Schicht überlagern. Durch das Anbringen dieser zusätzlichen Schicht wird die Neugestaltung, die einen Dialog mit dem Bestand der Verbundzentrale und dem Ensemble der Freyung eröffnet, klar lesbar. Es entsteht eine scheinbar ephemere Hülle, die je nach Witterung und Distanz des Betrachters zum Gebäude unterschiedliche Ebenen und Aspekte der Fassade in den Vordergrund treten lässt.

Silberner Wellenschleier
Die Aufteilung der Fassade in zwei Schichten ermöglicht es, die bestehende Fassade als innere Schicht einfach und ohne große Eingriffe zu sanieren. Eine zweite, vorgesetzte Schicht legt sich wie ein silberner Wellenschleier vor die Fassade und gibt gleichzeitig den Blick auf das dahinter Liegende frei.

Der gesamte Wellenschleier ist mit einem einzigen, sich wiederholenden Fassadenelement gestaltet, das in verschiedenen Maßstäben angebracht wird. Dieses Fassadenelement besteht aus wellenförmig gebogenen und zueinander versetzten Edelstahl-Formrohren mit rechteckigem Querschnitt, die von einem Rahmen zusammengehalten werden.

Die Anordnung der Fassadenelemente nimmt Bezug auf die historischen Nachbargebäude und lässt das Gebäude zu einem Teil des Ensembles werden. Die Fassadenelemente werden in Reihen, die der Geschossteilung des Gebäudes folgen, an der Fassade angebracht. Nur an der Fassade zur Freyung hin löst sich die neue Hülle von der bestehenden Geschossteilung. Neun annähernd gleich hohe Geschosse werden hier durch eine geschossübergreifende Gestaltung auf fünf reduziert – das Gebäude passt seinen Maßstab den umliegenden Gebäuden an.

Facade Verbund headquarters

Am Hof 6a
Facade at the corner
Heidenschuß/Tiefer Graben
1010 Vienna
Austria

Planning Data
1st prize in invited competition
Project Status: completed
Competition: April 2008
Start of Planning: September 2009
Start of Construction: April 2010
Completion: October 2010

Project Data
Facade area:
2.720m² thermal retrofit
1.320m² redesign of facade

Client
Verbund AG

Team
Architecture:
SOLID architecture
Structural engineering/Building physics:
RWT PLUS ZT GmbH

The headquarters of the Verbund AG is a block perimeter development built around a central courtyard in Vienna’s first district. It was erected between 1952 and 1954 to designs by Carl Appel and is bordered on three sides by public streets or squares.

In 1982 the plinth zone and the areas of facade that frame the large projecting bay elements on Heidenschuss and Tiefer Graben were remodelled to designs by architect Sepp Stein in the volume oriented towards Freyung. As this facade design had reached the end of its useful life, an invited competition was set up for the redesign of these areas. This competition was won by SOLID architecture.

Conceptual involvement with the topic of the facade at the Freyung
Overlaying a building with traces of different time layers is the conceptual starting point for the new design. It uses design principles from different eras of architectural history to integrate the volume of the building in the historic ensemble on Freyung.

Additional filters and levels of meaning were placed in front of the history and characteristics of the post-war building, overlaying the facade with a second layer that sits in front of it. By mounting this additional layer the new design, which initiates a dialogue between the existing Verbund building and the ensemble on Freyung, becomes clearly legible. An apparently ephemeral envelope or shell is created, which, depending on the weather conditions and the distance of the viewer to the building, allows different planes and aspects of the facade to emerge in the foreground.

Silver wave-like veil 
Separating the facade into two layers makes it possible to renovate the existing facade as the internal layer rather easily and without great interventions. A second and facing layer is positioned across the facade like a silver wave-like veil, in this way providing a view onto that presented behind.

The entire wave-like veil is designed with a unique, repetitive facade element, which is attached in various different scales. This facade element consists of wave-like and off-set moulded tubes made from stainless steel, which have a rectangular cross-section and are held together by means of a frame.

The arrangement of the facade elements refers back to the historic neighbouring buildings and incorporates the building into the ensemble. The facade elements are arranged in rows at the facade, this rows being oriented alongside the storey separation of the building. Only at the facade towards the Freyung, the new cover deviates from the already existing storey separation. Nine, approximately equally high storeys are here reduced to a mere five storeys, by means of a storey expanding design; the building adapts its scale to the surrounding buildings.